Notvorrat und Notgepäck: was das BBK empfiehlt
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt einen Vorrat für zehn Tage, mindestens aber für drei. Damit geht Deutschland deutlich über die EU-Empfehlung von 72 Stunden hinaus. Das BBK trennt zwischen dem Vorrat zu Hause und dem Notgepäck, das Sie bei einer Evakuierung mitnehmen.
Die offiziellen Zahlen
- Vorrat: idealerweise 10 Tage, mindestens 3 Tage
- Wasser: 2 Liter pro Person und Tag, davon 0,5 Liter zum Kochen
- Energie: etwa 2.200 kcal pro Person und Tag
Was das BBK empfiehlt
Ausrüstung
- Erste-Hilfe-Kasten
- Taschenlampe
- Trinkflasche (Notgepäck)
- Notverpflegung für 2 Tage (Notgepäck)
- Essgeschirr und Besteck
- Ersatzbatterien
- Schlafsack oder Decke
- Mütze und Handschuhe
- Batteriebetriebenes Radio
- Kompaktes Erste-Hilfe-Set (Notgepäck)
- Atemschutzmaske (FFP2)
- Rucksack für das Notgepäck
- Fieberthermometer
- Wasserkanister für den Vorrat
Einkaufen
- Trinkwasser
- Haltbare Lebensmittel
- Binden, Tampons, Windeln
- Hygieneartikel
- Mittel gegen Durchfall
- Elektrolyt-Lösung
- Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen
Erledigen
- Persönliche Medikamente
- Dokumentenmappe mit Kopien
Was das BBK außerdem rät
- Warnungen kommen über mehrere Wege: Cell Broadcast aufs Handy, die Warn-Apps NINA und KATWARN, Radio und Fernsehen und, wo vorhanden, Sirenen. Verlassen Sie sich nicht auf nur einen Weg; viele Gemeinden haben keine Sirenen.
- Das Sirenensignal „Warnung“ ist ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton: Gehen Sie in ein Gebäude, schließen Sie Fenster und Türen, schalten Sie das Radio ein und folgen Sie den Hinweisen. Die Entwarnung ist ein einminütiger Dauerton.
- Der bundesweite Warntag findet jedes Jahr am zweiten Donnerstag im September um 11 Uhr statt. Prüfen Sie dabei, ob Ihr Handy die Warnung erhält; ältere Geräte empfangen Cell Broadcast oft nicht.
- Helfen Sie Nachbarn, die sich nicht selbst versorgen können, und sprechen Sie mit der Familie ab, wie Sie sich erreichen und wo Sie sich treffen.
Lebensmittel für den Vorrat
Das BBK nennt konkrete Mengen: siehe die druckbare Liste unten.
Allgemeine Hinweise aus den offiziellen Listen:
- Bevorraten Sie, was Sie ohnehin essen, und verbrauchen Sie das Älteste zuerst, damit nichts unbemerkt abläuft.
- Für 72 Stunden: Lebensmittel, die ohne Kühlung haltbar sind und ohne Kochen gegessen werden können, etwa Konserven, Knäckebrot, Trockenobst, Nüsse, Müsli und H-Milch.
- Für eine Woche oder länger: ergänzen Sie trockene Grundnahrungsmittel wie Reis, Nudeln, Haferflocken und Hülsenfrüchte, dazu Öl, Salz und Zucker, und eine Kochgelegenheit.
- Trockene Lebensmittel brauchen Wasser zum Kochen: rechnen Sie es beim Wasservorrat mit ein.
- Lagern Sie Lebensmittel kühl, trocken und dunkel, angebrochene Packungen luftdicht.
- Denken Sie an Babys, Diäten, Allergien und Haustiere.
- Halten Sie einen Dosenöffner bereit, und werfen Sie gewölbte, verbeulte oder rostige Dosen weg.
Druckbare Lebensmittelliste des BBK (Englisch). Drucken oder als PDF speichern.
Was andere Länder ergänzen
Diese Punkte stehen auf den meisten der 12 offiziellen Listen, die wir verglichen haben, aber nicht auf der deutschen:
- Powerbank
- Tierfutter und Wasser
- Feuerzeug und Streichhölzer
- Decken und warme Kleidung
Häufige Fragen
Wie viel Wasser brauche ich für den Notvorrat? 2 Liter pro Person und Tag. Für zwei Personen und zehn Tage sind das 40 Liter.
Was gehört ins Notgepäck? Medikamente, Erste-Hilfe-Set, ein batteriebetriebenes Radio, eine Taschenlampe, Verpflegung für zwei Tage, eine Trinkflasche, Schlafsack oder Decke, warme Kleidung, Hygieneartikel und eine Mappe mit Kopien wichtiger Dokumente.
Quelle: BBK, Ratgeber für Notfallvorsorge. Zuletzt geprüft: Oktober 2026.